Die Sonderstellung des Menschen in Lebensabspiel und by Otto Storch

By Otto Storch

Unser biologisches Wissen hat sich in den letzten Dezen nien nicht nur auBerordentlich vertieft und an allgemeill wichtigem Gehalt gewonnen, insoferne, als es durch die Er kenntnis umfassend giiltiger GesetzmaBigkeiten bereichert worden ist, wie z. B. der Vererbungsgesetze, sondern es wird auch immer mehr in die Lage versetzt, iiber sein engeres Be tatigungsniveau, den im strengen Sinne des W ortes biologi schen Sachverhalt, nach unten und nach oben hinauszugrei fen. Nach unten dadurch, daB es infolge der fortschreiten den Entwicklung unserer Forschungsmethoden und Erkennt nisse gelingt, das iiberaus komplizierte Lebensgeschehen immer mehr und tiefer in den ihm zugrundeliegenden, enjoyable damentalen physikalisch-chemischen Gegebenheiten zu ver ankern und so intimere und aufklarende Einsichten zu er reichen. Und nach oben zu befindet sich in der Skala der individuellen, in shape von Pflanzen und Tieren gegebenen Auspragungen des Lebens als hochste, verwickelteste, un durchsichtigste und ratselhafteste Daseinsform der males s c h. Schon lange, zum mindesten seit Dar win, ist die ab solute Sonderstellung, die dem Menschen friiher aIs einem Wesen fiir sich zugeteilt warfare, das, durch eine uniiberbriick naked KIuft getrennt, den iibrigen Lebewesen gegeniibersteht, zuriickgewiesen worden und seine begriindete Einverleibung in ein Gesamtsystem des Lebens durch Erkenntnis integrie render Tatsachen, die ihn vor allem mit den Tieren und dariiber hinaus mit allen Organismen verbinden, in exakter Weise angebahnt und auch weiter ausgebaut worden.

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Es gibt bei ihnen keine in- Vererbung und Mensch. 35 direkte Teilung und kein Sexualgeschehen. Damit mangelt ihnen der prazise funktionierende Manipulationsapparat fUr die Weitergabe der Erbeigenschaften. Ob ihnen irgendwie den Cytarier-Genen gleichzustellende Erbsubstanzkorperchen zukommen mit der charakteristischen Mutationsfahigkeit jener, ist unbekannt. Also kann iiber die Form des Erbgeschehens und die Art und Weise des Evolutionsvorganges bei ihnen gegenwartig nichts Bestimmtes ausgesagt werden.

Sie ist seine Schopfung, hat mit der Stunde der Menschwerdung in sicher schwerem Bemiihen ihre Entstehung begonnen, ist allmahlich im Laufe der Menschheitsgeschichte iiber den engsten Umgebungsbereich hinausgeriickt und hat heute ihre Grenzen bis an die Grenzen des U niversums vorgeschoben und dessen geheimnisvolle Naturkrafte bis in das Intimste der Atom- 46 Vererbung und Mensch. krafte in die Hand des Menschen legen mussen. Die Art Mensch besitzt also keine fixierte Umwelt, sondern eine stets ins Groge und ins Kleinste sich ausweitende Welt.

Von irgendeiner artlich festgelegten Stereo·typie der Ernahrung kann beim Menschen nicht gesprochen werden. Die allermeisten Menschen haben mit einem direkten Nahrungserwerb iiberhaupt nichts mehr zu tun. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen, daB ein genetisch steuerndes Prinzip diesem Sachverhalt nicht zugrundeliegen kann und auch nicht zugrundeliegt. Das geht auch klar aus dem Umstande hervor, daB das Ernahrungswesen des Menschen in steter Entwicklung und Veranderung begriffen ist, in einem solchen Tempo und in einer solchen Form, daB genetische Faktoren dabei keine Rolle spielen konnen.

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